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Rheinberger & Martin: Doppelchörige Messen

Artikelinfo

Produktionsjahr

2019-2025

Veröffentlichungs­jahr

06 / 2026

Komponist(en)

Josef Gabriel Rheinberger

Nana Forte

Frank Martin

Mitwirkende

SWR Vokalensemble

Yuval Weinberg

Tracks

JOSEF GABRIEL RHEINBERGER (1839 –1901): Cantus Missae, Messe in Es op. 109
1 I Kyrie
2 II Gloria
3 III Credo
4 IV Sanctus
5 V Benedictus
6 VI Agnus Dei 

NANA FORTE (*1981): 

7 Libera me, für 2 gemischte Chöre a cappella

FRANK MARTIN (1890 –1974): Messe für Doppelchor a cappella
8 I Kyrie
9 II Gloria
10 III Credo
11 IV Sanctus
12 V Agnus Dei

Rheinberger schrieb seinen „Cantus Missae“ im Jahr 1878, während seiner Zeit als Hofkappellenmeister von Ludwig II. Das Werk legt Zeugnis vom gelungenen Ausgleich zwischen den widerstrebenden Tendenzen seiner Zeit ab und eben dieser vollendete Balanceakt hat es zeitlos werden lassen. Die Messe bezaubert durch den melodischen, oft nahezu liedhaften Duktus.
Bei ganz genauem Hinhören allerdings, offenbart die Musik eine für ihre Zeit bemerkenswerte Modernität. 
Nana Fortes „Libera me“ ist fast 150 Jahre nach „Cantus Missae“ entstanden. Das Werk ist ein spirituelles Drama, bei dem die Komponistin auf die alten Kunstgriffe doppelchörigen
Komponierens zurückgreift: Sie lässt die Chöre sich kontrapunktisch verhaken oder in kontrastierenden Schichten überlagern, wie zu den Worten „tremens factus sum ego“ (Zittern überkommt mich).
Frank Martin behielt das Manuskript seiner „Messe für zwei Chöre“ fast 40 Jahre lang in der Schublade und betrachtete sie als eine Sache nur zwischen ihm und Gott. Musikalischklanglich ist diese Messe klar ein Werk des 20. Jahrhunderts, und doch hört man Anklänge an Gregorianik und spürt, dass der Komponist sich bewusst in die Jahrhunderte alte Tradition doppelchörigen Komponierens und der Messvertonungen mit ihrer Symbolik stellt. So ist Martins Werk geprägt von der Spannung zwischen Tradition und Moderne, individuellem Bekenntnis und dogmatischem Anspruch; doch statt einen „goldenen Mittelweg“ zu wählen, nähert Martin sich diesen Themen als Suchender und Fragender. Entstanden ist dabei eine der beliebtesten Mess-Vertonungen des 20. Jahrhunderts.

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