
Artikelinfo
2020-2025
Oktober 2026
Franz Schreker
Hugo Wolf
Richard Strauss
Gustav Mahler
Alma Mahler
Clytus Gottwald
SWR Vokalensemble
Marcus Creed
FRANZ SCHREKER (1878 – 1934)
Drei Lieder nach Texten von Paul Heyse und Rainer Maria Rilke für 6 bis 13 Stimmen:
1. Im Lenz
2. Umsonst
3. Und wie mag die Liebe
HUGO WOLF (1860 – 1903)
Vier Lieder für 7 bis 16 Stimmen:
4. Und willst du deinen Liebsten sterben sehen
5. Das verlassene Mägdlein
6. Auf ein altes Bild
7. Der Gärtner
RICHARD STRAUSS (1864 – 1949)
8. Die Nacht, op. 10 Nr. 3 für 8 Stimmen
9. Traum durch die Dämmerung, op. 29 Nr. 1 für 16 Stimmen
10. Allerseelen, für achtstimmigen Chor op. 10 Nr. 8
11. Waldseligkeit, op. 49 Nr. 1 für 12 Stimmen
GUSTAV MAHLER (1860 – 1911)
12. Die zwei blauen Augen, für vier gemischte Chöre
13. Urlicht, für achtstimmigen Chor
14. Scheiden und Meiden, für 2 fünfstimmige Chöre
15. Um Mitternacht, für 9 Stimmen
16. Im Abendrot – Adagietto aus der Sinfonie Nr. 5, bearb. für 16 Stimmen
ALMA MAHLER (1879-1964)
Aus: Fünf Lieder für Singstimme und Klavier, bearb. für 6-10 stimmigen Chor:
17. Die stille Stadt
18. Laue Sommernacht
19. Bei dir ist es traut
Das vorliegende Album versammelt Transkriptionen, die ein ungewöhnliches Kapitel der Musikgeschichte aufschlagen: Lieder des fin de siècle, übertragen in den Klang eines unbegleiteten Chores. Clytus Gottwald widmet sich damit einem Repertoire, das in der Spätromantik kaum existierte. Seine Bearbeitungen öffnen diesen Liedern einen neuen Raum, ohne ihre Struktur oder Harmonik zu verändern.
Die weit gefächerten Stimmgewebe lassen die Musik von Wolf, Schreker, R. Strauss sowie Alma und Gustav Mahler in einer anderen Perspektive erscheinen. Die Trennung zwischen Singstimme und Klavier tritt zurück; stattdessen entsteht ein vokaler Gesamtklang, der die feinen harmonischen Schattierungen der Originale besonders deutlich hervortreten lässt. So werden vertraute Werke nicht neu erfunden, sondern in eine Besetzungsform überführt, die ihre Farben und Linien anders bündelt.
Die Auswahl reicht von volkstümlich geprägten Miniaturen bis zu spätromantischen Klangflächen und schließt auch selten gehörte Stücke ein. Das Album bietet damit einen konzentrierten Blick auf ein Repertoire, das zwischen Tradition und Moderne steht und zugleich eine Lücke im chormusikalischen Erbe der Jahrhundertwende sichtbar macht.